Mehr Freiheit für Grundstücksbesitzer E-Mail


Dresdner Neueste Nachrichten - 10.02.2010

Dresdner Neueste Nachrichten - 10.02.2010

Abgesehen davon, dass dieser Denkansatz sehr demagogisch daherkommt, stellt sich doch die Frage: Ist Herr Günther (FDP) Lobbyist oder hat er einfach, mangels Übersicht, nur zu kurz gedacht?
Die Grundstückseigentümer, die selbst auf ihren Villengrundstücken wohnen, werden ihre Bäume wohl nicht fällen.

Aber Investoren und Bauträger, die ihre Häusermit Eigentumswohnungen natürlich gewinnorientiert vermarkten wollen, wohnen nicht an den Orten, die sie „verbaut” haben: großzügig betonierte Tiefgarageneinfahrten und ökonomisch ausgereizte Grundstücke bzw. Neubauten, gerodetes und fehlendes Grün stört aus der Entfernung kaum.

Regierung will Baumschutz
in Sachsen neu regeln
Dresden (dpa/sn). Sachsens Regierung
will den Schutz der Bäume neu regeln
und erntet dafür Protest. Umweltminister
Frank Kupfer (CDU) kündigte gestern an,
Wohnungsgrundstücke und Kleingärten
vom Geltungsbereich kommunaler Baumschutzsatzungen
auszunehmen. Er glaube
nicht, dass dies zu einem „Kettensägenmassaker"
führe, sagte der Minister. Kupfer
reagierte damit auf Befürchtungen,
wonach in den Gärten nun ein gnadenloses
Abholzen beginnt. Die Grünen protestierten
umgehend. CDU und FDP würden
nicht nur am sächsischen Naturschutz sägen,
sondern auch an der Lebensqualität
in den Städten und Gemeinden", erklärte
der Landtagsabgeordnete Johannes Lichdi.
Die Linken warfen der Koalition unter
anderem vor, Bedenken von Fachleuten
allesamt vom Tisch gewischt zu haben.
Kupfer sah dagegen keinen Grund zur Sorge
und ging davon aus, dass mit der neuen
Regelung am Ende sogar mehr Grün
übrigbleibt. Schließlich hätten manche
Grundstücksbesitzer Bäume bei Erreichen
eines bestimmten Stammdurchmessers
vorsorglich weggesäbelt, um bei Bedarf
späteren behördlichen Verfahren aus dem
Weg zu gehen. Die CDU freute sich über
„mehr Freiheiten" für Grundstücksbesitzer,
die Liberalen über einen „wichtigen
Baustein der Entbiirokratisierung." „Es
ist absurd anzunehmen, dass die Grundstückseigentümer
alle ihre Bäume fällen
werden, um künftig auf kahlen Betonplatten
zu leben", erklärte der FDP-Landtagsabgeordnete
Tino Günther. Der Landtag
muss noch über das Gesetz entscheiden
 

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